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Christian
Kunert
Malerei
und Grafik
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| Die
Andeutung genügt, ein Zitat, eine durchbrochene
Gewohnheit, und der fahle Mond bringt nicht
nur die Landschaft, sondern auch die Begebenheit
ans Licht. |
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Für
Christian Kunert, Grafikdesigner, ist es vielleicht nicht
ganz zuletzt ein Ausgleich zum Broterwerb,
jedoch dessen sinnvolle und zuweilen sinnstiftende Ergänzung:
jenseits der Wiedererkennungssymbolik für seine Auftraggeber,
der Konzepte für Aus- und Selbstdarstellung, entsteht
ein Werk, das dort ansetzt, wo der Beobachter und Analyst
des Allzukonkreten diese Sphäre verläßt,
um unaufdringlich - und für den oberflächlichen
Betrachter kaum zu bemerken -, den hinter dem Abgebildeten
liegenden Bereich zu offenbaren.
Handwerkliche
Fertigkeiten sind sicherlich nicht die unwesentlichsten
Voraussetzungen für das Schaffen von Kunst, auch wenn
der Eindruck, den moderne Kunstwerke bisweilen hinterlassen,
dem zu widersprechen scheint.
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| Auch
die zweckfreie Konfrontation mit einem netten
Abend vermag, das Genre 'Stilleben' zu bereichern |
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Zumindest
kann es nicht schaden, wenn das individuelle Vermögen,
einem Gedanken wiedererkennbare Form geben zu können,
nicht schon an den technischen Voraussetzungen scheitert,
was gleichermaßen den Umgang mit Worten, der Harmonielehre
oder - um was es hier geht - Pinsel, Farbe und Messer betrifft.
Man
muß nicht die Akademie besucht haben, noch Meisterschüler
gewesen sein - die Kunstgeschichte ist voll von Autodidakten,
denen zur Idee auch die Mittel zu deren Umsetzung in die
Hand gegeben wurden.
Zuweilen
gibt es auch den umgekehrten Weg, wenn sich zum Beherrschen
der Form das Gespür für das Darstellenswerte gesellt.
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| Ein
deja vue wird provoziert: "Fast fünf Wochen
fern der Heimat" |
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Christian
Kunert hat als Grafikdesigner sein Handwerk gelernt.
Er
findet als Beobachter - sowohl von den Dingen und ihrem
Wesen, wie auch des Allzumenschlichen - seine Themen im
Alltäglichen, worin häufig Geschichten, Hintergründiges
oder Geheimnisvolles angedeutet werden, falls er es - was
durchaus legitim wäre bei der Zweckfreiheit von Kunst
- nicht nur bei dem Schönen als Inhalt und Formprinzip
bewenden läßt.
Erstaunlich
die Vielfalt der Techniken, der Formen der Idee, die Kunert
sicher dem zu Gestaltenden zuordnet - Öl, diverse Mischtechniken,
Stiche in Holz und Metall, Aquarell, Buntstift, Graphit...
So
die mumifizierte Tulpe im leeren Flakon: fast wie ein Aquarell
wirkt aus einiger Entferung die Buntstiftzeichnung, doch
der härtere Strich läßt den Betrachter beinahe
das Geräusch vernehmen, das der Wind den sich berührenden
verdorrten Blütenblättern entlocken könnte.
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| "Der
Spanner" erzählt von einem befriedigenden
Sommertag. |
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Das
Bild verläßt die Sphäre des Stillebens über
seinen Titel ("Fast fünf Wochen fern der Heimat") und deutet
Möglichkeiten der dem Dargestellten zugrunde liegenden
Idee genauso an wie es den Betrachter nach seinen Erinnerungen
an einen solchen Anblick suchen läßt.
Darin
liegt die Poetik der - im besten Sinne - postmodernen Kunst
Kunerts: die für sich wirkende "Oberfläche"
als dekorative Wiedergabe eines Gegenstandes/einer Situation,
die, als "Dreingabe" dem dafür aufgeschlossenen
Rezipienten eine dahinterstehende Idee offenbart; mag diese
nun der Intention des Malers oder auch - genauso legitim
- der Vorstellungskraft des Betrachters entspringen.
Thomas
Brandstätter
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