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derStandard.at
Vatikanische
Zeitung kritisiert
Jelinek-Nobelpreis
Jelinek
sei eine Fahnenträgerin des "absoluten Nihilismus" - "Degenerativer
Prozess" in der Akademie
Rom
- Die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore romano" hat
am Samstag die Schwedische Akademie scharf kritisiert, die
Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis verliehen hat.
Ein "degenerativer Prozess" sei in den letzten Jahren in
der Akademie zu bemerken, kritisierte das Sprachrohr des
Vatikan.
In
einem Kommentar fragte sich die Zeitung auf Grund der jüngsten
Beschlüsse des Nobel-Komitees, ob der Preis noch dazu diene,
"einer Person eine gerechte Auszeichnung zu verleihen, die
sich großes Ansehen und einen großen internationalen Namen
verdient hat, oder ob er nur der allgemeinen Aufmerksamkeit
Schriftsteller aufdrängen will, die sich nicht selbst in
den Vordergrund stellen können, oder es nicht tun wollen,
aus Bescheidenheit, oder weil sie unter Angst vor der Öffentlichkeit
leiden", schrieb "L'Osservatore Romano" in Anspielung auf
Jelinek.
Die
vatikanische Tageszeitung hatte bereits am Dienstag den
Beschluss der Schwedischen Akademie kritisiert, Jelinek
den Literaturnobelpreis zu verleihen. Laut dem Vatikan-Sprachrohr
ist Jelinek eine Fahnenträgerin des "absoluten Nihilismus".
Ihre Schriftstellerei sei durch Obszönität gekennzeichnet.
Die
österreichische Schriftstellerin beschreibe eine Frauenwelt
"mit Szenen roher Sexualität, die nicht auf die Emanzipierung
der Frau vom Erotismus hindeuten, sondern Sex und Pathologie,
Macht und Gewalt verbinden", hieß es im "Osservatore Romano".
(APA)
(veröffentlicht
auf der Internetseite des Standard, am 17. Oktober 2004)
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