|
Archiv
- Entdeckungen
Im
Kreuzgang
|
 |
|
|
| Das
Kriegerdenkmal im Kreuzgang des alten Prämonstratenserklosters |
|
|
Relikte
großer Ideen, Bruchstücke eines bedeutenden Werks,
Heraufklänge vergangener Bewegungen gehen nach ihrer
Zeit oft als Ornament, Übersehbares und Fußnoten
abhandengekommenen Genies unter - wie es Werk und Ausstrahlung
Stefan Georges geschieht und den ihm und seinem Kreis verbundenen
Personen geschehen ist. Friedrich Gundolf, Literaturwissenschaftler,
der Graphiker Melchior Lechter und der frühvollendete
Norbert von Hellingrath, Literaturwissenschaftler und Philosoph,
Herausgeber der ersten historisch-kritischen Ausgabe von
"Hölderlins Sämtlichen Werken", - herausragende Gestalten,
die die kulturelle Entwicklung ihrer Zeit maßgeblich
formten, sind heute nur noch wenigen Eingeweihten ein Begriff
.
In
diesen Kreis gehört der Kunsthistoriker und Bildhauer
Ludwig Thormaelen (1889-1956), der zunächst an der
Nationalgalerie, Berlin, wirkte, dann als Kustos an die
staatliche Gemäldegalerie nach Kassel ging. Sein bekanntestes
Werk, der Kopf eines Jünglings von 1919/20, ist Bestandteil
des Kriegerdenkmals im Kreuzgang des Klosters
Unser Lieben Frauen in Magdeburg.
|
 |
|
|
|
Das
Original Thormaelens (Bernhard von Uxkull)
|
|
|
|
 |
|
|
| Im
Arbeitszimmer Stefan Georges in Bingen (1944
zerstört) |
|
|
|
Der
Kopf stellt Bernhard Graf von Uxkull-Gyllenband dar, einen
jungen Dichter aus dem George-Kreis, der gegen Ende des
Ersten Weltkriegs gefallen ist.
Stefan
George ließ sich von Thormaelen eine Kopie des Kopfes
für sein Zimmer in Bingen arbeiten. Diese Kopie wurde
zusammen mit dem Haus bei einem Bombenangriff 1944 zerstört.
(Das
Photo von Georges Arbeitszimmer stammt aus dem Band Mein
Bild von Stefan George von Robert Boehringer, Helmut
Küpper vorm. Georg Bondi, Düsseldorf und München,
1968)
|