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Archiv
- Entdeckungen
Carl
Hasenpflug
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| (aus
dem Ausstellungskatalog) |
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| Carl
Hasenpflug (1802-1858): Romantiker im Range
von C. D. Friedrich und K. F. Schinkel |
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Die
zwei großen Stadtansichten Magdeburgs im Treppenaufgang
des dortigen Kulturhistorischen Museums - ein grandioses
Panorama, bestimmt vom Fluß und dem Klosterbergegarten
im Vordergrund sowie eine Darstellung der Zerstörung
der Stadt am 10. Mai 1631 - bleiben dem Besucher eher im
Gedächtnis als deren Schöpfer.
Das
kann eine Ausstellung der Gemälde und des graphischen
Werks Carl Hasenpflugs in dessen Wahlheimat Halberstadt
womöglich ändern, denn diese präsentiert
vom 27. Juli bis zum 3. November 2002 den zunächst
als Architekturmaler geschätzen Künstler in seiner
Entwicklung zu einem beeindruckenden Vertreter romantischer
Malerei.
Im
Schatten der Arbeiten, die ihn bekannt und zu seiner Zeit
berühmt werden ließen - die Darstellungen großer
deutscher Dome und Landschaften vom Rhein, dem Harz und
dem Bodensee - verblaßte die Wahrnehmung seiner visionären,
ganz in der romantischen Tradition stehenden Malerei.
Die
Kloster- und Burgruinen, auf die der Blick durch weite Torbögen
geleitet wird, versenken in eine Zeit, deren Verlust zu
beklagen die Romantik zu ihren einzigartigen Hervorbringungen
geführt hat. Die Klage über Verlorengegangenes,
das Eingeschlossensein in eine Zeit, deren Entwicklungen
die als Ideal empfundene Vergangenheit mehr und mehr verdrängt,
findet ihre Metapher in den Ruinen dieser Vergangenheit,
die von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet
oder vom Eis eines nicht endenwollenden Wintertages bedeckt
sind.
In
der Schönheit der Kompositionen einer bald gnädigen
Natur, die das Enden in berauschend schöne Farben taucht,
die erstarrten Relikte vergangener Größe unter
einen behutsamen Mantel aus Eis und Schnee birgt, triumphiert
eine Kunst, die erstaunlich und erschreckend zugleich für
unsere Gegenwart zu sprechen scheint.
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