Das
PANDAIMONION
erscheint seit kurzem in neuer Gestaltung. Diese betrifft
im Äußerlichen eine vereinfachte Navigation
und ein klareres Schriftbild der einzelnen Seiten. Darüber
hinaus wurde das Angebot um einige Rubriken erweitert:
Unter der Überschrift Gelesen sollen weniger
Rezensionen aktueller Veröffentlichungen vorgestellt
werden, die auch eher in der Rubrik Kritik erschienen,
als vielmehr Erinnerungen an ein Literaturerlebnis.
Der PANDAIMONION-Kunstmarkt
stellt Bücher und Werke der Bildenden Kunst aus
dem PANDAIMONION-Kreis
und dessen Umfeld vor, die zum Teil exklusiv auf diesen
Seiten zum Kauf angeboten werden.
Eine weitere Rubrik verweist auf interessante Angebote
im Internet, deren Themen mit Inhalten und Gegenständen
des PANDAIMONION
verwandt sind. Diese Auswahl ist naturgemäß
genauso zufällig wie willkürlich und wird
gelegentlich aktueller Beiträge des PANDAIMONION
ergänzt und thematisch erweitert.
Da
wir verschiedentlich darauf angesprochen wurden: Der
im Editorial
1/2000 geäußerte Vorsatz, keine Kulturkritik
üben zu wollen, ist durchaus als die Übertreibung
zu verstehen, die damit gemeint war - polemisch und
überzogen -, was sich bereits aus dem Kontext ergründen
ließ. Kulturkritik freilich ist jede Darlegung,
die sich mit öffentlichen Entäußerungen
befaßt. Allerdings findet sie im PANDAIMONION
nicht explizit statt; denn es lohnt der Mühe nicht.
Allein die Tatsache, daß beispielsweise Debatten
über die Frage geführt werden, geführt
werden müssen, ob es einen Lesekanon, ein für
eine gewisse Bildungsstufe als verbindlich vorauszusetzende
Kenntnis wesentlicher Werke der National- und der Weltliteratur
geben sollte, wirft ein bezeichnendes Bild auf den Zustand
unserer Kultur.
In
diesen Zusammenhang gehört in zweierlei Hinsicht
ein derzeit in der Diskussion befindliches Sprachschutzgesetz.
Bereits im neunzehnten Jahrhundert war die Anreicherung
der deutschen Sprache mit Fremdwörtern Sprachbewußten
ein Ärgernis. Ein Grund für die, zuweilen
auch noch falsche, Verwendung exotischer Einsprengsel
in die Sprache lag wohl damals wie heute nicht selten
im Versuch, die Armut an Inhalt mit dem Ausdruck des
Besonderen zu bemänteln.
Die zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ließ
nach dem verlorenen Krieg und dem schuldiggebliebenen
Beweis eines allgemeingültigen Herrenmenschentums
des ganzen Volkes wenig Raum für eine souveräne
deutsche Kulturentwicklung. Hinzu kam die Verstärkung
des Unterlegenheitsgefühl gegenüber anderen
Nationen durch die staatliche Teilung, ein Versinken
in kultureller Zweitrangigkeit und einen von Generation
zu Generation vererbten Schuldkomplex, was durch die
Annäherung an die Kultur vor allem der Siegermächte
Großbritannien und Amerika kompensiert werden
sollte. Für ein Favorisieren der Amerikanischen
"Kultur" und deren massenhafter Verbreitung
gerade in den zurückliegenden zwei Dekaden sprach
nicht zuletzt deren geringer Anspruch an intellektuelle
Qualitäten.
Daß es ein Gesetz sein muß, das einmal mehr
alles regeln soll, wirft ein weiteres Schlaglicht auf
unsere Kultur: Ein Herumpfuschen an den Erscheinungen
soll die Hilflosigkeit gegenüber den Ursachen verdecken.
Aber
vielleicht wäre schon das Erreichen eines selbstbewußten
Umgangs mit der eigenen Nation, mit all ihren Stärken
und Schwächen, ihrer Geschichte, ihren kulturellen
Errungenschaften die Lösung für mancherlei
Probleme.